Mehr Miteinander. Ein Raum für morgen, Gestaltungsmöglichkeiten und Platz zum Wachsen. Und der Hund muss mit. So in etwa sah das Lastenheft unseres eigenen Projektes „Umzug“ aus. Was kann Bochum da bieten? Gelegenheiten einer Großstadt: gar nicht so wenige. Unsere Eindrücke indes: Mal meh, mal mittel, einmal wow.

Nicht einmal jeder Zweite kennt seine Nachbarn. Dies hat eine mittlerweile fünf Jahre alte Studie* ergeben. Je mehr Nachbarn, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass wir sie alle nicht kennen. Das kann befreiend sein, das kann aber auch schade sein. Denn während wir uns digital über Landes- und Sprachgrenzen hinaus vernetzen und verbünden, um Informationen und Fähigkeiten auszutauschen, haben wir von unserer physischen Nachbarschaft oft nicht den blassesten Schimmer.

Ein Gegenentwurf dazu ist die KoFabrik. Mit Binnenmajuskel geschrieben. Initiiert und getragen von den Bonner Montag Stiftungen. Mit viel Aufwand wurde am Rande der Innenstadt ein ehemaliges Verwaltungsgebäude der Bochumer Eisenhütte renoviert und mit vier großen Mietflächen versehen. Seit dem Bau 1899 kann das auffällige Backsteinhaus auf eine bewegte Geschichte zurückblicken: Die dahinterliegende, 1977 aufgegebene Fabrik wurde besetzt, als Kulturzentrum betrieben, anschließend zwangsgeräumt und abgerissen. Ton Steine Scherben spielten hier einst. Später fanden hier u.a. das Straßenmagazin Bodo und die Suppenküche ihren Stützpunkt.

In der Gegenwart soll sich das Viertel rund um die KoFabrik lebendig weiterentwickeln und gemeinsam gestaltet werden. Der Gedanke dahinter so schlicht wie schön: Wer am Imbuschplatz mieten will, trägt zur Quartiersentwicklung bei – verpflichtet sich zu ehrenamtlichem Engagement und gibt somit etwas zurück.

Wir haben uns gemeinsam mit befreundeten Kreativen für eine Fläche in genau dieser KoFabrik beworben, weil wir von Beginn an vom Konzept überzeugt waren und weil wir Bock haben auf Miteinander. Weil wir unsere Nachbarn gerne kennenlernen. Gleichzeitig liegt man direkt an einem der spannendsten Viertel der Stadt – dem Kortländer.

Nun sind wir angekommen. In einem denkmalgeschützten Backsteinhaus voller Energie und Pioniergeist. Hier fühlen wir uns wohl. Auf spontane Workshops, auf gemeinsame Mittagessen, auf Feierabendbiere und auf eigene Projekte.

Auf gute Nachbarschaft.

 

*https://www.presseportal.de/pm/50632/2902065

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